Räum auf, deine Gedanken werden folgen

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Immer wenn ich mich schlecht fühle und mein Kopf seit Tagen auf 120% läuft, gibt es eine Sache die mir verlässlich hilft. Handy beiseite legen, Musik, Podcast, irgendwelche Serien, die ich schon hundertmal gesehen habe und was es sonst nicht so alles gibt, ausmachen und dann einfach mal sitzen und gar nichts machen.

Und meine Fresse ist das manchmal anstrengend. Das fühlt sich so an, wie wenn ein Raum voller Menschen plötzlich Ruhe findet, wie bei einem Vortrag und die Stille ist erschlagend. Langsam schaut dann meine eigene Stimme hervor und tastet sich schrittweise hervor, ein Gedanke nach dem nächsten kommt mir in den Kopf.

Und dann kommt der Punkt, wo ich mir auf die Oberschenkel klopfe und in die Küche gehe. Dann wird das Schlachtfeld begutachtet und dann geht es eigentlich von ganz alleine.

Spülmaschine ausräumen, Töpfe und Pfannen einweichen, Geschirr sortieren und einräumen, Wasser einlassen bis das ganze Chaos irgendwann sauber oder im Geschirrspüler ist und dann habe ich manchmal auch noch die Muße die Arbeitsplatten abzuwischen.

Währenddessen hat mein Kopf endlich mal Zeit zum Atmen. So richtig über irgendetwas nachdenken tue ich nicht. Ich merke aber, wie mein Kopf trotzdem arbeitet und diese ganzen Eindrücke, Gedanken, Gefühle endlich mal sortieren, organisieren und entsorgen kann.

Durch das ständige Zumüllen von meinem Kopf, durch doppelt- und dreifach-Beschallung bei fast allem was ich tue, gebe ich meinem Kopf auch einfach keine Zeit, mal das, was ich den lieben langen Tag aufnehme, zu verarbeiten.

Denn der nächste Zeitpunkt ist, wenn ich mich ins Bett lege, irgendwann das Handy beseite lege und die Augen schließe. Ich kann mich schon fast glücklich schätzen, dass ich dann irgendwann einfach einschlafen kann.

Aber am nächsten Morgen fühlt sich das alles nicht so entspannt an, wie es vielleicht sollte. Wie auch, wenn ein Teil von mir noch schwer beschäftigt war.

Es geht also nicht zwingend darum, dass ihr eure Küche aufräumen sollt, sondern dass ihr eurem Kopf mal eine Pause gönnt. Und da helfen so ganz banale Aufgaben, über die man nicht viel nachdenken muss. Wäsche auf und abhängen, Saugen, Aufräumen fällt übrigens auch alles in diese Sparte (zumindest für mich).

Was mir hier natürlich auch wichtig zu erwähnen ist: Ich bin was das angeht auch kein Heiliger, weder mit dem Aufräumen noch mit dem Kopf genügend Ruhe und Zeit gönnen. Aber jedes Mal wenn ich das mache, merke ich am Ende des Tages wie gut mir das getan hat.

Für mich spielt da dann auch noch ein weiterer Faktor rein, ich liebe Ordnung. Wenn die Wohnung oder einzelne Bereiche davon nach einem für mich passenden System aufgeräumt sind, gibt mir das irgendwie immer ein wohliges Gefühl. Ich mag das, wenn alles seinen Platz hat, wenn genügend Whitespace (da kommt der Frontend-Entwickler aus mir raus) vorhanden ist.

Das ist dann bestimmt auch eher placebo, aber ich habe dann auch immer automatisch das Gefühl, ich kann besser atmen und vermutlich ist das auch so, weil entweder weniger Staub im Raum ist oder ich weniger auf der Brust habe, was mich belastet.

Also wenn ihr was aus diesem Beitrag mitnehmen sollt, dann bitte folgendes:

Gebt auf euch acht. Haltet mal inne und legt mal Handy, Kopfhörer, Buch und das ganze Gedöns beiseite und gönnt euch mal 5-10 Minuten Ruhe und begutachtet eure Raufasertapete.

Wenn ihr dann das Gefühl habt, in eurem Kopf ist es gerade echt laut, dann macht einfache Arbeiten, wo ihr nur machen und nicht denken müsst. Bei mir ist es aufräumen und saubermachen bei euch vielleicht malen.